Runde Tisch Berlin – Gesundheitsversorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt

Im Januar 2019 nahm der „Runde Tisch Berlin – Gesundheitsversorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt“ seine Arbeit auf. Ziel des Projektes ist es, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von Organisationen und Einrichtungen der Berliner Gesundheitspolitik und -versorgung die evidenzbasierten Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für den „Umgang von Gesundheitsversorgung und Gesundheitspolitik mit häuslicher und sexualisierter Gewalt“ in der Praxis umzusetzen.

Damit hat Berlin als erstes Bundesland mit der Umsetzung der WHO-Leitlinien zum Umgang bei häuslicher Gewalt im Rahmen von Gesundheitsversorgung und Gesundheitspolitik begonnen. Die BKG - Berliner Krankenhausgesellschaft e.V. engagiert sich in diesem Zusammenhang als ständige Teilnehmerin für eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit im Bereich der Gesundheitsversorgung sowie Stärkung der Interventionskette. Als Unterzeichnerin einer gemeinsamen Erklärung zur Umsetzung des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen setzt sich die BKG in den Berliner Krankenhäusern für eine gute Versorgung der Patientinnen in Gewaltsituationen sowie ein hohes Niveau an Handlungssicherheit beim Personal ein.

Wir stellen Empfehlungen für Krankenhäuser in Berlin zur gerichtsfesten Dokumentation nach häuslicher und sexueller Gewalt zur Verfügung. Diese wurden in einer interdisziplinären Fachgruppe bestehend aus Medizinern der Rechtsmedizin, der Rettungsstelle und Gynäkologie sowie der Polizei, dem Landeskriminalamt, dem Gesundheitsamt Berlin, der Hochschule für Wirtschaft und Recht, Rechtsanwälten und Beratungsstellen erarbeitet und werden auch von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung getragen.

Der Runde Tisch Berlin hat „Eckpunkte zur Umsetzung der WHO Leitlinien in Berlin“ verabschiedet. Die Eckpunkte basieren auf Gesprächen mit Expertinnen und Experten, die der Runde Tisch im ersten Jahr seines Bestehens realisiert hat und auf der Arbeit seiner Fachgruppen. Sie ergänzen die WHO-Leitlinien, benennen Betroffenengruppen, die in den Leitlinien bisher nicht berücksichtigt wurden und unterstreichen, was sich die Akteure für die Umsetzung in Berlin vorgenommen haben. Das vorliegende Papier wird im weiteren Arbeitsprozess durch konkrete Informationen, Handlungsabläufe und Maßnahmen ergänzt werden.

Im Rahmen des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2021 unterstützt die BKG als Teilnehmerin des „Runden Tisches“ die gesellschaftliche Sensibilisierung und Verbesserung der Gesundheitsversorgung.

Sind Sie in der Berliner Gesundheitsversorgung tätig? Dann sind Ihre Erfahrungen gefragt! Verlinkung zur Online-Umfrage