BKG-Fachveranstaltung „KI in der Pflege – Chancen für Entlastung und Innovation im Krankenhaus“

30.03.2026

Volle Reihen und konzentrierte Aufmerksamkeit: Die Teilnehmenden verfolgten den Auftakt der Veranstaltung „KI in der Pflege“ im Max Liebermann Haus.

Am Dienstag, dem 24. März 2026, zeigte sich Berlin von seiner frühlingshaften Seite: Auf dem Pariser Platz drängten sich Touristen, Schulklassen und Passanten, die das milde Wetter vor dem Brandenburger Tor nutzten. Doch nur wenige Schritte entfernt, im Max Liebermann Haus, war die Stimmung eine andere: konzentriert, neugierig und voller Energie für die Frage, wie digitale Innovation den Pflegealltag künftig verbessern kann.

Das Max Liebermann Haus, das seit jeher für Aufbruch und Moderne steht, bot an diesem Nachmittag den Rahmen für die Fachveranstaltung „KI in der Pflege“ der Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG). Als ehemaliges Wohn- und Atelierhaus des Impressionisten Max Liebermann erinnert der Ort an einen Künstler, der mit seinem modernen Blick neue Wege in der deutschen Kunst ging und den Menschen ins Zentrum rückte. Dieser Geist des Aufbruchs passt zu einer Veranstaltung, die sich mit der Frage beschäftigt, wie KI die Pflege weiterentwickeln und entlasten kann – und genau dazu hatte die BKG gemeinsam mit der Berliner Sparkasse im Rahmen der Kampagne #PflegeJetztBerlin eingeladen.

Noch bevor sich alle Plätze füllten, lag eine Atmosphäre des gemeinsamen Gestaltungswillens im Raum. Schon in den ersten Minuten wurde klar: Hier ging es nicht um Technik um ihrer selbst willen, sondern um konkrete Verbesserungen für die Versorgung – um Entlastung, Qualität und Zukunftsfähigkeit.

Begrüßung mit klarer Botschaft

Brit Ismer, Vorstandsvorsitzende der BKG, eröffnet die Veranstaltung mit einem Grußwort. Foto: Matthias Kindler

Christian Pache, Bereichsleiter Treasury und Unternehmenskunden der Berliner Sparkasse, eröffnete die Veranstaltung und richtete den Blick auf den besonderen Moment, in dem Pflege, Politik und Technologie an einem Tisch zusammenkamen. Brit Ismer, Vorstandsvorsitzende der BKG, knüpfte daran an und machte deutlich, wie wichtig es ist, Digitalisierung aktiv voranzutreiben – gerade in Zeiten, in denen Pflegekräfte mehr denn je auf funktionierende, entlastende Strukturen angewiesen sind.

Politische Impulse: Dringlichkeit und Chancen

Katrin Staffler, Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, betont den dringenden Handlungsbedarf in der Pflege. Foto: Matthias Kindler

Katrin Staffler, Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, verwies auf rund 5000 offene Pflegestellen allein in Berlin und unterstrich damit den massiven Handlungsbedarf. Dr. Severin Fischer, Staatssekretär der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, betonte, dass KI Pflegekräfte unterstützen – nicht ersetzen – müsse und verwies auf Berlins starke Rolle als Health-Tech-Standort. Gemeinsam sendeten sie ein deutliches Signal: Jetzt braucht es Mut und Pragmatismus, KI dort einzusetzen, wo sie unmittelbar helfen kann.

Künstliche Intelligenz könne die Pflegequalität und Arbeitsbedingungen nachhaltig verbessern – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehören moderne Infrastrukturen, klare Regularien, interoperable Standards und vor allem eine langfristige Finanzierung, die verhindert, dass vielversprechende Lösungsansätze in der Pilotphase steckenbleiben. Entscheidend bleibt jedoch: Die Menschen müssen immer im Fokus stehen – nur dann kann es eine Erfolgsgeschichte werden.

Dialog mit Tiefgang: Die Podiumsdiskussion

Engagierte Diskussion: Marc Schreiner, Geschäftsführer der BKG, leitet die Podiumsrunde. Foto: Matthias Kindler

Die Podiumsdiskussion unter der Moderation von Marc Schreiner, Geschäftsführer der BKG, bildete einen lebendigen Austauschmoment der Veranstaltung. Teil der Diskussion waren Thomas Meißner, Pflegeexperte, Deutscher Pflegerat und stellv. Vorstand von AVG Berlin; Dr. med. Mina Baumgarten, Leitung Geschäftsprozesse und Versorgungsinnovation, Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH; Dr. Markus Müschenich, Gründungspartner Heal Capital sowie Pia Maier, Digitalexpertin, Medtronic.

Ihre Perspektiven aus Pflege, Medizin und Technik zeigten, wie groß der Bedarf an praxistauglichen, entlastenden Lösungen ist. Mehrfach wurde betont, dass KI dann überzeugt, wenn sie den Menschen in den Mittelpunkt stellt und echte Freiräume schafft. Gleichzeitig wurde klar, dass Technologiekompetenz bereits in der Ausbildung verankert werden muss – und dass Innovation Experimentierräume braucht. Aus der Diskussion heraus wurde auch deutlich, dass KI keine Angst machen darf, sondern als Zukunftsvision verstanden werden sollte – vorausgesetzt, sie wird verantwortungsvoll eingesetzt.

Berliner Lösungen: Innovation trifft Realität

Unternehmen präsentieren ihre KI‑Lösungen – hier Arber Xhafaj von Recare. Foto: Matthias Kindler

Im Anschluss präsentierten im Inno Cluster „KI made in Berlin“ die Unternehmen Recare, Voize, CrewLinQ, pi4_robotics und Ergotron ihre KI-Lösungen – von digitalem Entlassmanagement über sprachbasierte Dokumentation bis zu robotischer Unterstützung. Die Vielfalt der Möglichkeiten zeigte, welch enormes Potenzial in der Hauptstadt bereits vorhanden ist und wie konkret Künstliche Intelligenz den Pflegealltag verbessern kann, etwa durch die Entlastung und Vereinfachung lästigter Dokumentationsaufgaben. Aus der Praxis der Unternehmen wurde zudem deutlich: Die anfänglichen Berührungsängste in den Teams sind vielerorts längst verschwunden – Pflegekräfte reagieren offen, interessiert und oft mit spürbarer Erleichterung auf digitale Unterstützung. Die Präsentationen und die anschließende Fragerunde verdeutlichten, dass Innovation nicht in der Zukunft liegt – sie ist da, einsatzbereit und wirksam.

Moderne Pflege braucht Mut

BKG-Kampagne #PflegeJetztBerlin. Foto: Matthias Kindler

Als der Nachmittag endete und draußen warmes Licht auf den Pariser Platz fiel, stand eines fest: Die Pflege der Zukunft wird sich verändern müssen, wenn sie stark bleiben soll. Und sie wird es nur dann, wenn Modernisierung und Menschlichkeit gemeinsam gedacht werden. Im Max Liebermann Haus war an diesem Tag sichtbar, dass KI kein Selbstzweck ist – sondern ein Werkzeug, das Pflegekräfte stärkt und Patientinnen und Patienten zugutekommt.

 

Mit der Veranstaltung und der Kampagne #PflegeJetztBerlin macht die Berliner Krankenhausgesellschaft deutlich: Sie gestaltet diesen Wandel aktiv mit – entschlossen, verlässlich und immer im Dienst der Pflege.

 

 

Fotogalerie: Fachveranstaltung „KI in der Pflege“