Internationaler Tag der Pflege 2026: Berliner Krankenhausgesellschaft warnt vor Rückschritten bei der Stärkung der Pflege

 Zum Internationalen Tag der Pflege warnt die Berliner Krankenhausgesellschaft vor Rückschritten bei der Stärkung der Pflege in den Krankenhäusern. Trotz erfolgreichem Personalaufbau gefährden neue Regelungen rund um Pflegebudget und Tarifrefinanzierung aus Sicht der BKG wichtige Fortschritte bei Arbeitsbedingungen und Attraktivität des Pflegeberufs.

Pflegefachpersonen leisten täglich einen unverzichtbaren Beitrag für die Versorgung von Patientinnen und Patienten in den Berliner Krankenhäusern. In den vergangenen Jahren ist es gelungen, die Pflege personell deutlich zu stärken: Seit Inkrafttreten des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes im Jahr 2019 wurden bundesweit rund 90.000 zusätzliche Mitarbeitende im Pflegedienst aufgebaut, darunter rund 60.000 zusätzliche Vollkräfte.

Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt der Arbeitsalltag vieler Pflegekräfte von hohen Belastungen geprägt. Dazu zählen insbesondere umfangreiche Dokumentations- und Nachweispflichten. Nach aktuellen Erhebungen verbringen Pflegekräfte in Krankenhäusern durchschnittlich rund drei Stunden pro Arbeitstag mit bürokratischen Aufgaben statt mit direkter Patientenversorgung.

Vor diesem Hintergrund bewertet die Berliner Krankenhausgesellschaft die aktuellen Regelungen des Krankenhausreformanpassungsgesetzes (KHAG) sowie die vorgesehenen Maßnahmen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes kritisch. Insbesondere die geplanten Begrenzungen bei der vollständigen Refinanzierung von Tarifsteigerungen sowie die Herausnahme administrativer, logistischer und hauswirtschaftlicher Tätigkeiten aus dem Pflegebudget erhöhen aus Sicht der BKG den wirtschaftlichen Druck auf die Krankenhäuser und gefährden die nachhaltige Stärkung der Pflege.

Dazu erklärt Marc Schreiner, Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft: „Die Berliner Krankenhäuser haben in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um Pflege personell zu stärken und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Wenn Tarifsteigerungen künftig nicht mehr vollständig refinanziert und gleichzeitig wichtige unterstützende Tätigkeiten im Pflegealltag nicht mehr über das Pflegebudget abgesichert werden, drohen diese Fortschritte wieder gefährdet zu werden.“

„Gerade am Internationalen Tag der Pflege muss deutlich werden: Gute Pflege braucht Zeit für Patientinnen und Patienten statt immer mehr Bürokratie und finanzieller Unsicherheiten. Politik muss jetzt dafür sorgen, dass die erfolgreiche Stärkung der Pflege nicht wieder zunichte gemacht wird“, so Schreiner weiter.

Die Berliner Krankenhausgesellschaft verweist zugleich darauf, dass die Krankenhäuser bereits heute umfangreiche Maßnahmen zur Entlastung und Weiterentwicklung der Pflege umsetzen – etwa durch Digitalisierung, moderne Arbeitsstrukturen, neue Konzepte zur Berufsorientierung sowie innovative Unterstützungsangebote im Pflegealltag.

Mit der Kampagne #PflegeJetztBerlin engagiert sich die Berliner Krankenhausgesellschaft gemeinsam mit ihren Mitgliedskrankenhäusern dafür, den Pflegeberuf sichtbarer zu machen, Nachwuchs zu gewinnen und die Zukunftsfähigkeit der Pflege nachhaltig zu stärken.

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