Same procedure as every year: Berliner Krankenhausgesellschaft warnt vor Verletzungen durch Feuerwerk

Zum bevorstehenden Jahreswechsel appelliert die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) erneut an die Berliner Bevölkerung, verantwortungsvoll mit Feuerwerk umzugehen. Rund um Silvester kommt es regelmäßig zu zahlreichen Verletzungen durch Böller und Raketen, die die ohnehin stark beanspruchten Notaufnahmen zusätzlich belasten.

Jedes Jahr führen feuerwerksbedingte Unfälle zu einer deutlichen Mehrbelastung der Berliner Krankenhäuser. Besonders in der Silvesternacht häufen sich die Fälle, die medizinisch versorgt werden müssen, oft mit schweren Folgen für die Betroffenen.

Marc Schreiner, Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft, erklärt:
„Feuerwerk ist kein harmloser Spaß. Unsachgemäßer oder leichtsinniger Umgang mit Pyrotechnik kann zu schweren Verletzungen führen – von Verbrennungen über Schnitt- und Platzwunden bis hin zu Augenverletzungen oder sogar Amputationen. Diese Verletzungen sind in vielen Fällen vermeidbar. Die Herausforderungen für unsere Notaufnahmen sind bereits im Alltag enorm, in der Silvesternacht verschärft sich die Situation durch zusätzliche, feuerwerksbedingte Notfälle noch einmal deutlich. Jede vermiedene Verletzung entlastet die Notfallversorgung und schafft dringend benötigte Kapazitäten für andere medizinische Notfälle.

Besonders dramatisch ist die Lage in den Tagen nach den Feiern, wenn Kinder nichtsahnend fehlgezündete Böller in die Hand nehmen und dann durch zufällig ausgelöste Explosionen schwere Traumata erleiden. Entsorgen Sie die Böllerhülsen fachgerecht und verhindern Sie Kontakt von Kindern mit Pyrotechnik auch in den Tagen nach Silvester!“

Die Berliner Krankenhausgesellschaft bedankt sich ausdrücklich bei allen Einsatzkräften sowie bei den Beschäftigten in den Berliner Krankenhäusern, die auch in der Silvesternacht mit großem Engagement für die Sicherheit und Gesundheit der Bevölkerung im Einsatz sind.

Hintergrundinformation:

Mehrbelastungen der Krankenhäuser durch feuerwerksbedingte Verletzungen in der Silvesternacht sind deutschlandweit zu beobachten. Für Berlin liegen keine landesspezifischen Erhebungen vor. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat eine Abfrage auf Bundesebene gemacht.  Dazu hat der Verband die Häufigkeit der ICD W49.9 am Neujahrstag ausgewertet. Diese ICD beschreibt Verletzungen, die unter anderem typisch nach Unfällen mit Feuerwerk sind, z.B. amputierte Finger oder Augenverletzungen („Unfall durch Exposition gegenüber mechanischen Kräften unbelebter Objekte“). Die Daten betreffen ausschließlich stationär aufgenommene Patientinnen und Patienten. Die Gesamtfallzahl der ICD W49.9 betrug im Jahr 2024 9413 und ist damit im Vergleich zum Vorjahr (9677) leicht gesunken – aber immer noch signifikant hoch. Der Durchschnitt lag bei 25,8 Fällen täglich (2023: 26,5). In der Neujahrsnacht registrierten die Krankenhäuser wieder sprunghaft angestiegene Fallzahlen. Am 1. Januar 2025 wurden bundesweit 100 Schwerverletzte stationär aufgenommen. Waren im Jahresdurchschnitt knapp 77 Prozent der Betroffenen männlich, lag ihr Anteil in der Neujahrsnacht bei 83 Prozent (1. Januar 2024: 92%). 68 Prozent der Schwerverletzten waren zwischen 16 und 59 Jahre alt. Zum Vergleich: Am 1. Januar 2021, unter dem Pandemie-bedingten Böllerverbot, wurden lediglich 32 Personen mit der Diagnose W49.9 in einem Krankenhaus aufgenommen. Erschreckend sind wie in den Vorjahren die Fälle schwerverletzter

Ansprechperson
Marc Schreiner
Berliner Krankenhausgesellschaft