Im Zentrum der Veranstaltung stand die konkrete Umsetzbarkeit im Praxisalltag: wie können KI-Anwendungen Prozesse verbessern, Dokumentationsaufwand reduzieren und mehr Zeit für die direkte Patientenversorgung schaffen? Welche Investitionen und regulatorischen Bedingungen sind notwendig?
Politische Impulse von Katrin Staffler, Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, und
Dr. Severin Fischer, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie die anschließende Podiumsdiskussion verdeutlichten die Bedeutung und Notwendigkeit des Einsatzes von KI im Gesundheitswesen. Vertreter aus Pflege, Versorgungspraxis, Industrie und Innovationsökosystem – darunter Repräsentanten des Deutscher Pflegerat, von Vivantes, Medtronic und Heal Capital – diskutierten über die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration von KI in den Klinikalltag. Im „Inno-Cluster“ präsentierten ausgewählte Start-ups ihre KI-Anwendungen und traten direkt mit Krankenhausentscheidern in den Austausch über konkrete Einsatzmöglichkeiten. Die Start-ups gaben Einblicke in Themen wie digitales Entlassmanagement, KI-gestützte, sprachbasierte Pflegedokumentation, Servicerobotik und KI-gestützte Assistenzsysteme.
Katrin Staffler, Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung: „Der sinnvolle Einsatz von KI ist zentral für die Gesundheitsversorgung der Zukunft. Sie entlastet Pflegepersonal und stärkt zugleich die Qualität der Pflege. Die Hightechagenda des Forschungsministeriums und die weiterentwickelte Digitalstrategie des Gesundheitsministeriums zeigen: Der Aufbruch hat begonnen – jetzt müssen wir pragmatisch und mutig handeln.“
Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Dr. Severin Fischer: „Künstliche Intelligenz wird den Alltag im Gesundheitswesen grundlegend verändern – nicht nur als technologische Innovation, sondern als konkrete Entlastung für Pflegekräfte und als Chance für eine noch bessere Patientenversorgung. Berlin zeigt, wie wir durch gezielte Förderung von KI-Lösungen und die enge Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis die Weichen für eine moderne, effiziente und menschliche Pflege stellen. Jetzt gilt es, die Potenziale von KI schnell und verantwortungsvoll in die Breite zu bringen. Das gelingt mit Investitionen in digitale Infrastruktur, Pilotprojekten und einer Innovationspolitik, die klare Leitplanken setzt und technologische Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet.“
Marc Schreiner, Geschäftsführer Berliner Krankenhausgesellschaft: „Für das Krankenhauspersonal kann KI in der Pflege vor allem eines bedeuten: Spürbare Entlastung im Alltag, bessere Arbeitsbedingungen und eine höhere Attraktivität des Pflegeberufs. Smarte KI-Anwendungen können Bürokratielast reduzieren, Qualität erhöhen und in der Organisation unterstützen. Damit können sie Freiräume für das Wesentliche schaffen – für professionelle Pflege und Zeit für Patientinnen und Patienten. Damit KI ihr Potenzial entfalten kann, braucht es ein klares Bekenntnis der Politik. Erforderlich sind zukunftstaugliche Rahmenbedingungen, Rechtssicherheit und verbindliche Interoperabilitätsstandards – das alles ohne Überregulierungen. Entscheidend ist zudem gesicherte Finanzierung, um KI-Projekte dauerhaft in die Regelversorgung zu implementieren.“
