Qualitätssicherung

Qualitätsgesicherte Versorgung weiterentwickeln - Patientensicherheit stärken
Foto: Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, Christoph Soeder

Patientensicherheit ist das Kernelement der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements. Das hohe medizinische Versorgungsniveau der Berliner Häuser muss gesichert und dem medizinischen Fortschritt entsprechend weiterentwickelt werden.

Gesicherte Qualität für bestmögliche Versorgung

Berliner Krankenhäuser sind Teil der Daseinsvorsorge und arbeiten für die Gesundheit der Menschen rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Die Krankenhäuser im Land Berlin weisen durch ihr Qualitätsmanagement sowie im Rahmen der vielfältigen gesetzlichen und freiwilligen Qualitätssicherungsverfahren und Projekte eine nachweislich qualitativ hochwertige Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten nach. Denn eine entscheidende Voraussetzung für ein leistungsfähiges Gesundheitssystem ist eine qualitätsgesicherte Versorgung. Nur durch die Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität, insbesondere der ärztlichen und pflegerischen Tätigkeiten, kann eine bedarfsgerechte Versorgung der Patienten auf hohem medizinischem Niveau auf Dauer sichergestellt werden.

Maßnahmen der Qualitätssicherung sind Grundlage für Transparenz

Einen systematischen Überblick über die Leistungen eines Krankenhauses gibt der gesetzlich vorgeschriebene Qualitätsbericht. Er leistet Auskunft über den Stand der Qualitätssicherung und Angaben zu Ausstattung und Angebot des Krankenhauses wie beispielsweise zur Anzahl des ärztlichen und pflegerischen Personals, dem Leistungsspektrum und den vorhandenen Fachabteilungen.

In verschiedenen Leistungsbereichen werden Daten von den Krankenhäusern erhoben und extern ausgewertet. Die Ergebnisse werden von hierzu eingerichteten, unabhängigen Fachkommissionen beraten. Qualitative Auffälligkeiten werden mit den Krankenhäusern in einem beratenden Dialog besprochen und im Rahmen verbindlicher Verabredungen beseitigt. Die Grundlage hierfür bildet die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL). Zur Umsetzung der Richtlinie des G-BA wurde auf Landesebene unter Beteiligung der BKG eine Landesarbeitsgemeinschaft Berlin gegründet (LAG DeQS Berlin e.V.). Zur Umsetzung der Qualitätssicherungsmaßnahmen wurde von der LAG ein Qualitätsbüro (QBB) eingerichtet.

Die Ergebnisse dieses externen Qualitätssicherungsverfahren sorgen für ein hohes Maß an Transparenz, denn sie werden mit den Qualitätsberichten veröffentlicht und sind Grundlage für das Berliner Krankenhausverzeichnis. Die benutzerfreundliche Plattform ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern, niedrigschwellig ein geeignetes Krankenhaus zu finden und die Leistungen verschiedener Einrichtungen miteinander zu vergleichen. Zudem veröffentlichen die Krankenhäuser ihre jeweiligen Qualitätsberichte auf ihren Websites.

Vor Erbringung bestimmter Leistungen müssen Krankenhäuser Strukturprüfung bei den zuständigen Medizinischen Diensten in den Ländern beantragen. Der Medizinische Dienst prüft darüber hinaus routinemäßig die vom G-BA in seinen Qualitäts-Richtlinien festgelegten Qualitätsvorgaben. Dabei wird geprüft, ob sie die Strukturmerkmale für bestimmte Leistungen erfüllen. Zudem ist zukünftig die Zulassung der Krankenhäuser für die Erbringung einzelner Leistungen vom Nachweis der Erfüllung bestimmter Qualitätsvorgaben abhängig. Die hohe Qualität der Berliner Krankenhäuser wird durch die vom Medizinischen Dienst Berlin-Brandenburg durchgeführten Prüfungen nachgewiesen.

Fachkräftemangel beheben für eine weiterhin hochwertige Versorgung

Eine qualitativ hochwertige und sichere Versorgung setzt ausreichend und qualifiziertes Personal voraus – insbesondere in der Pflege. Um die hohe Qualität der stationären Versorgung dauerhaft sicherzustellen, ist die Behebung des Fachkräftemangels eine wichtige Aufgabe. Mit der eingeführten Pflegepersonalbemessung PPR 2.0 steht nun ein am tatsächlichen Pflegebedarf orientiertes Instrument zur Verfügung, das eine bedarfsgerechte und patientenorientierte Personalausstattung ermöglicht und perspektivisch die starren Pflegepersonaluntergrenzen ablösen soll.

Darüber hinaus setzt sich die BKG für weitere Maßnahmen zur Stärkung der Versorgungsqualität ein. Dazu gehört insbesondere die Regulierung der Zeitarbeit in der Pflege: Kontinuität in den Teams und festangestelltes Personal leisten einen wichtigen Beitrag zur Patientensicherheit, zur Qualität der Versorgung und zur nachhaltigen Personalbindung. Ziel ist es, stabile Arbeitsstrukturen zu fördern, Fachkräfte langfristig zu halten und so die Patientensicherheit dauerhaft zu stärken.

Unsere Forderungen: Refinanzierung …

Entscheidend für eine erfolgreiche Qualitätssicherung ist, dass diese der Qualitätsverbesserung dient und zukünftig mit Perspektive auf Entbürokratisierung gestaltet wird. Bei der Festlegung von Personalanforderungen als Instrument der Qualitätssicherung ist die notwendige Flexibilität des Personaleinsatzes zu gewährleisten. Solche Festlegungen sind mindestens übergangsweise mit den Gegebenheiten des Arbeitsmarktes abzugleichen und anzupassen. Ihre Refinanzierung ist unbedingt sicherzustellen. Statt Überregulierung muss die Sicherstellung der hohen Qualität der Arbeit der Krankenhäuser und ihrer medizinischen Versorgung Kernaufgabe der Qualitätssicherung sein.

… und Entbürokratisierung: Aktionsbündnis Bürokratieabbau 

Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte verbringen täglich rund drei Stunden mit Bürokratie. Würde dieser Aufwand um nur eine Stunde pro Tag reduziert, könnten laut Deutscher Krankenhausgesellschaft rechnerisch die Arbeitszeiten von etwa 22.100 ärztlichen und 48.900 pflegerischen Vollkräften freigesetzt werden.

Übermäßige Bürokratie – etwa durch Mehrfachdokumentationen, wiederkehrende Antragspflichten oder unnötig komplexe Verfahren – belastet die Beschäftigten und schadet der Versorgung. Weniger Bürokratie bedeutet mehr Zeit für die Patientinnen und Patienten.

Die BKG begrüßt daher ausdrücklich den Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses zur Gründung des Aktionsbündnisses „Bürokratieabbau für Berliner Krankenhäuser“. Dem Bündnis gehören Senat, Medizinischer Dienst, BKG sowie Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen an. Ziel ist es, Handlungsfelder zu identifizieren, Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Die BKG beteiligt sich daran mit einer interdisziplinären Arbeitsgruppe aus Krankenhauspraktikern. Erste Vorschläge wurden der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege im Dezember 2025 vorgelegt. Ineffiziente Prozesse und übermäßige bürokratische Belastungen sollen konsequent abgebaut werden – zum Wohle der Patientinnen und Patienten.

Endlich digital statt Fax –  Forderungen unter anderem:

  • Die fortschreitende Digitalisierung macht vor der öffentlichen Verwaltung nicht halt – sollte es zumindest nicht. Dennoch ist eine datenschutzkonforme digitale Kommunikation der Krankenhäuser mit allen Berliner Behörden bis heute nicht flächendeckend möglich. Die BKG fordert daher die Einführung eines einheitlichen Behördenpostfachs als zentralen, sicheren Kommunikationskanal für sämtliche Berliner Behörden. Solange weiterhin auf Faxe und Briefe gesetzt wird, entsteht unnötiger bürokratischer Aufwand, der Zeit, Geld und Personal bindet. Die BKG appelliert an die Senatsverwaltung für Gesundheit, sich entschieden für die schnelle Umsetzung eines einheitlichen Behördenpostfachs einzusetzen.
  • Besonders deutlich zeigt sich der Reformbedarf auch bei den Genehmigungsverfahren für Budgetvereinbarungen zwischen Krankenhäusern und Kostenträgern. Trotz vorhandener technischer Möglichkeiten müssen Anträge nach wie vor in mehrfacher Papierausfertigung eingereicht werden. Dieses Verfahren ist nicht nur aus der Zeit gefallen, sondern verschwendet auf allen Ebenen wertvolle Ressourcen – in den Krankenhäusern, bei den Kostenträgern und in der Senatsverwaltung selbst. Die BKG fordert daher eine konsequente Digitalisierung der Genehmigungsverfahren einschließlich der verbindlichen Nutzung qualifizierter elektronischer Signaturen.

Die freiwerdende Zeit stärkt die Versorgungsqualität, indem sich ärztliches, pflegerisches und administratives Personal stärker auf seine Kernaufgaben konzentrieren kann. Zudem wird sich die BKG dafür einsetzen, dass Berliner Krankenhäuser auch selbst Bürokratie abbauen, intern wie untereinander, etwa durch die Digitalisierung von Dokumentations- und Kommunikationsprozessen.

Zentrale Hebel für den Bürokratieabbau liegen auf Bundesebene. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft e. V. (DKG) hat hierzu ein umfassendes Positionspapier mit konkreten Forderungen vorgelegt.

Weitere Informationen zum Thema Qualitätssicherung:

Zum Krankenhausverzeichnis

Qualität im Dialog sichern und fördern, Versorgungsqualität messen, Patientensicherheit und -orientierung stärken: Die Landesarbeitsgemeinschaft DeQS Berlin e.v. – Qualitätsbüro Berlin (QBB)

www.qbb-online.de