Gleich knallt’s!? Der Polit-Brief im Oktober 2026

20.10.2026

Marc Schreiner, Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft

BKG-Geschäftsführer Marc Schreiner zur aktuellen Situation der Krankenhäuser in Berlin:

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Sommerhitze ist nun endgültig vorbei. Den herbstlichen Temperaturen ist auch die hitzeschützende Fürsorge der Politiker gewichen. Erinnern Sie sich noch an die sich überschlagenden Forderungen aus Bund und Ländern? Sollte Hitzeschutz mit der SPD nicht sogar im Grundgesetz verankert werden?

So verlässlich wie sich die politische Aufregung um die etwa 14.000 (!) Hitzetoten und deren Forderungen nach Investitionen in Kühlung von Krankenhäusern nach nur kurzer Zeit in Luft aufgelöst haben – so verlässlich kommt der nächste Aufreger: Wenn zur Silvesterzeit wieder mehrere Hundert teils schwer verletzte Bölleropfer Überlastungssituationen in Rettungsstellen Berliner Krankenhäuser verursachen, werden auch hier wieder Politiker nach Böllerverboten rufen.

Das können sie doch haben! Dazu braucht es auf der nächsten Innenministerkonferenz die Zustimmung der Bundesländer für die Schaffung einer „Länderöffnungsklausel“ im Sprengstoffgesetz des Bundes. Damit könnten die jeweiligen Landesregierungen für ihren Zuständigkeitsbereich flächendeckend Böllerverbote aussprechen.

Berlin will diese Länderöffnungsklausel und will zu Silvester ein stadtweites Böllerverbot durchsetzen. Zu gewalttätig und verheerend sind die Erinnerungen an vergangene Jahreswechsel, bei welchen marodierende Gruppen in apokalyptisch anmutender Weise sich regelrechte Straßenschlachten mit Pyrotechnik lieferten und billigend in Kauf nahmen, dass unbeteiligte Partygäste in Mitleidenschaft gezogen wurden. Dieses Berliner Bestreben eines Böllerverbots müssen die Innenminister in ihrer Konferenz mit der Annahme der Länderöffnungsklausel ermöglichen!

Die Rettungsstellen der Krankenhäuser arbeiten bereits am Limit. Die bereits beschlossene Notfallreform soll da Abhilfe verschaffen. Sie muss aber zum einen noch nachgebessert werden, zum anderen muss sie die Entlastung in der Praxis ja auch erst noch beibringen. Eine sichere Form der Entlastung von Rettungsstellen ist die Vermeidung unnötiger Behandlungen – das lässt sich mit dem Böllerverbot erreichen. Auf geht’s!

Freundliche Grüße

Marc Schreiner