PRESSEMITTEILUNG Krankenhäuser benötigen weitere Unterstützung bei der Vorbereitung auf Klimawandel und Hitzewellen

Berlin, 13. Juni 2023. Anlässlich des bundesweiten Hitzeaktionstags appelliert die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG): Die Finanzierung der Krankenhäuser muss ausreichend und nachhaltig aufgesetzt werden, um sich für zukünftige Aufgaben und Krisen aufstellen zu können. 

Weil Hitzewellen immer häufiger und heftiger auftreten, steigen auch die Gesundheitsrisiken für Menschen und die Anforderungen an Krankenhäuser. Berlin hat mit dem Aktionsbündnis Hitzeschutz, in dem die BKG und viele Krankenhäuser beteiligt sind, bereits Pionierarbeit geleistet und ist auf einem guten Weg. Berliner Krankenhäuser sparen Energie ein und setzen Nachhaltigkeitsstrategien um. Im Kontext der notwendigen Sanierung und Transformation der baulichen Infrastruktur wollen sie Maßstäbe für Hitzeschutz und klimagerechte Krankenhäuser der Zukunft in Metropolen setzen. In Kliniken werden Klimamanager/-innen eingesetzt, um Einsparungen in den Bereichen Energie, IT, Beschaffung, Mobilität, Abfallvermeidung und Speisenversorgung zu erreichen.

Die Klima- und Hitzeschutzpläne für Krankenhäuser, Rettungsstellen und Pflegeeinrichtungen müssen jedoch noch weiter vorangetrieben und personell und räumlich noch besser aufgestellt werden. Wichtig sind Gebäude mit Temperaturüberwachung, kühle Aufenthaltsbereiche und gute Kooperation mit den vor- und nachsorgenden Einrichtungen wie Vertragsärzten, Pflegeeinrichtungen oder dem öffentlichen Gesundheitsdienst. Fast alle Krankenhäuser in Berlin haben kurz- und mittelfristig umsetzbare Maßnahmen in Eigenverantwortung ergriffen. Es wurden Strukturen benannt, die für Hitzeschutz verantwortlich sind und spezifische Hitzeschutzpläne erstellt, mit Planungen der Arbeitsabläufe der einzelnen Abteilungen in der Klinik während der Hitzeperioden unter Berücksichtigung der Gebäudetechnik.

Langfristig sind aber Maßnahmen zur Senkung der Raumtemperatur meist mit baulichen Veränderungen, insbesondere der energetischen Sanierung der Außenhülle oder Dachbegrünungen verbunden. Sonnenschutz an Glasflächen von Fenster und Türen, reflektierende Vorrichtungen, Vordächer oder Bepflanzungen können wirkungsvoll vor Sonne schützen. Politik muss die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Das Land Berlin ist seit vielen Jahren nicht der Pflicht zur auskömmlichen Investitionskostenfinanzierung der Krankenhäuser nachgekommen. Es ist gesetzlich dazu verpflichtet, die Kosten für Investitionen der Krankenhäuser in angemessener Höhe zu tragen. Dazu gehören insbesondere auch Investitionen in Gebäude und Klimaschutz.

„Klimagerechter Umbau stellt eine finanzielle Mammutaufgabe dar. Die seit drei Jahrzehnten ausbleibenden Investitionen zeigen sich in ungedämmten Gebäuden, teilweise noch veralteten Heizungsanlagen und auch in nicht ausreichendem baulichen Hitzeschutz. Die anstehenden Beratungen zum kommenden Doppelhaushalt geben die Möglichkeit, hier nachzusteuern. Ankündigungen des Koalitionsvertrags „Das Beste für Berlin“ für mehr Krankenhausinvestitionen muss nun Rechnung getragen werden. Die neue Koalition im Abgeordnetenhaus hat im Zuge der Neupositionierung zu den kommenden Haushaltsverfahren zusätzliche Mittel von 75 Millionen Euro jährlich für die Krankenhäuser vorgesehen. Damit die zusätzlichen Investitionen die Kliniken erreichen, müssen diese als Investitionspauschale ausgereicht werden“, sagt Marc Schreiner, Geschäftsführer der BKG.

Die BKG unterstützt die Krankenhäuser Berlins bei ihren Klimaschutz-Maßnahmen, Rahmenbedingungen für Hitzeschutz und Nachhaltigkeit für den Krankenhausbereich zu setzten und zu verbessern. Hierfür hat sie ein Strategiepapier zum Klimaschutz und nachhaltiger Gesundheitsversorgung entwickelt und auf ihrer Klimaschutz-Seite veröffentlicht.  „Klima- und auch Hitzeschutz stellen die Berliner Krankenhäuser vor enorme Herausforderungen, die es zügig anzugehen gilt. Hierzu bedarf es eines Handlungsplanes mit definierten Umweltzielen und konkreten Maßnahmevorschlägen. Mit dem Green-Hospital-Programm ist ein Anfang für klimafreundliches Handeln gesetzt“, so Schreiner.

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