Fachkräfte für die digitale Zukunft der Krankenhäuser: Dualer Studiengang an der HWR Berlin offiziell gestartet
22.10.2026

Digitaler Wandel im Klinikalltag
Die Berliner Krankenhäuser befinden sich mitten in der digitalen Transformation. Elektronische Patientenakte, digitale Pflegedokumentation und vernetzte Medizintechnik prägen immer stärker den Klinikalltag. Vielerorts bestehen digitale und analoge Prozesse noch nebeneinander. Damit neue Technologien ihr Potenzial entfalten können, braucht es Fachkräfte, die medizinische, pflegerische, technische und betriebswirtschaftliche Anforderungen zusammenbringen. Der neue Studiengang an der HWR Berlin bereitet gezielt auf diese Aufgabe vor.
Wie groß der Bedarf an solchen Fachkräften ist, verdeutlichte die Auftaktveranstaltung des Studiengangs im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH). Während auf den Stationen der Klinikalltag seinen gewohnten Lauf nahm, kamen im Festsaal Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Hochschule, Krankenhauswesen und Praxis zusammen. Mit dabei waren auch die zwölf Studierenden des ersten Jahrgangs, die ihr Studium bereits Anfang Oktober aufgenommen hatten und nun den offiziellen Start des neuen Angebots miterlebten.

Die Studierenden des ersten Jahrgangs bei der offiziellen Eröffnung ihres Studiengangs im Festsaal des KEH.
Foto: Svenja Koch/KEH
Grußworte und Perspektiven aus der Praxis
In ihren Grußworten betonten die Rednerinnen und Redner, dass das Gesundheitswesen Fachkräfte benötigt, die technisches Verständnis mit Kenntnissen der Versorgungs- und Krankenhauspraxis verbinden. Genau diese Schnittstellenkompetenz soll der neue Studiengang vermitteln.
Dr. Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, unterstrich die Bedeutung qualifizierter Fachkräfte, die diese Verbindung herstellen können. Marc Schreiner, Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG), verwies darauf, dass der Studiengang gemeinsam mit den Kliniken entwickelt wurde, um deren konkreten Bedarf aufzugreifen. HWR-Präsident Prof. Dr. Jens Hermsdorf hob die langjährige Erfahrung der Hochschule mit dualen Studiengängen hervor.
KEH-Geschäftsführer Michael Mielke würdigte die enge Kooperation von Hochschule und Krankenhäusern und freute sich, dass sein Haus zu den ersten Praxispartnern gehört. Studiengangsleiterin Prof. Dr. Anna-Maria von Saucken brachte die Herausforderung auf den Punkt. Digitalisierung beginne nicht mit dem Kauf einer Software, sondern mit dem Verständnis dafür, wie Versorgung funktioniert. Neue Technik allein verändere noch keine Abläufe. Entscheidend sei, sie so einzusetzen, dass sie den Arbeitsalltag sinnvoll unterstützt.
Zehn, neun, acht … Buzzer!
Dann wurde es laut im Festsaal. Gemeinsam zählten die Teilnehmenden von zehn herunter, bei null drückten die Rednerinnen und Redner auf die Buzzer und gaben damit den symbolischen Startschuss für den neuen Studiengang. Hinter diesem Moment steht ein klarer Bedarf. Krankenhäuser brauchen künftig Fachkräfte, die Veränderungsprozesse verstehen, gestalten und in den Klinikalltag übertragen können.

Auftakt für den neuen dualen Studiengang BWL / Digitales Gesundheitsmanagement. V.l.n.r.: Michael Mielke, Geschäftsführer KEH; Marc Schreiner, Geschäftsführer BKG; Dr. Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege; Prof. Dr. Anna-Maria von Saucken, Studiengangsleiterin; Prof. Dr. Jens Hermsdorf, Präsident der HWR Berlin. Foto: Svenja Koch/KEH
Studierende wollen den Wandel prägen
Wie das Studium in der Praxis aussieht, zeigte sich im anschließenden Gespräch. BKG-Geschäftsführer Marc Schreiner sprach mit zwei Studierenden über ihren Weg ins Studium, ihre Motivation und ihre Erfahrungen mit digitaler Unterstützung im Gesundheitswesen.
Dabei ging es auch um die Frage, wo digitale Lösungen im Krankenhaus bereits heute helfen und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. In ihren Praxisphasen erleben die Studierenden den Krankenhausalltag aus nächster Nähe. Die digitale Transformation im Gesundheitswesen wollen sie nicht nur begleiten, sondern aktiv vorantreiben.

Stimmen aus dem ersten Jahrgang: BKG-Geschäftsführer Marc Schreiner (M.) im Dialog mit zwei Studierenden des Studiengangs. Foto: Svenja Koch/KEH
Mehrwert für Krankenhäuser und Praxispartner
Für die Berliner Krankenhäuser ist der Studiengang mehr als ein neues Ausbildungsangebot. Sein besonderer Wert liegt in der Verbindung von Theorie und Praxis. Was die Studierenden an der Hochschule lernen, wenden sie in den Praxisphasen direkt im Klinikalltag an. Sie arbeiten an realen Projekten mit und lernen, digitale Lösungen sowohl betriebswirtschaftlich als auch organisatorisch zu betrachten.
Davon profitieren auch die Häuser selbst. Die Studierenden bringen neue Perspektiven ein, unterstützen Veränderungsprozesse und können dazu beitragen, Arbeitsabläufe weiterzuentwickeln. Gleichzeitig eröffnet das duale Modell den Praxispartnern die Möglichkeit, Nachwuchskräfte früh kennenzulernen, gezielt zu fördern und langfristig an sich zu binden.
Die Buzzer sind gedrückt, der erste Jahrgang hat das Studium aufgenommen. Die HWR Berlin plant bereits den nächsten Durchgang und sucht dafür weitere Praxispartner. Besonders Krankenhäuser sind dazu eingeladen, sich einzubringen und die digitale Transformation aktiv mitzugestalten.
Mehr Informationen zum Studiengang:
